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 Phelsuma Klemmeri

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lunis88
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BeitragThema: Phelsuma Klemmeri   Mi Dez 12, 2007 11:44 am

Stamm: Chordata
Klasse: Reptilia
Ordnung: Squamata
Unterordnung: Sauria
Familie: Geckonidae
Gattung: Phelsuma
Vorkommen: Nordwesten Madagaskars
Lebenserwartung: 5-7 Jahre, Geschlechtsreife nach 12 Monaten
Maße: Kopf-Schwanz-Länge: 85-95 mm
Schutzstatus: Washingtoner Artenschutzgesetz Anhang B (geschützt und meldepflichtig)

Allgemeines:
Phelsuma klemmeri gehört zu den sogenannten Taggeckos, also den tagaktiven Geckos. Diese kommen ausschließlich auf Madagaskar und auf den umliegenden Inseln der Komoren und Seychellen vor. Im Gegensatz zu nachtaktiven Geckos sind die der Gattung Phelsuma auffälliger gefärbt und haben eine runde Pupille.
Phelsuma klemmeri kommt im Nordwesten Madagaskars vor, der genaue Lebensraum wird jedoch geheim gehalten, um die geschützte Art vor Wildfängen zu bewahren. Das Klima in der Region ist gleichbleibend warm zwischen 30 und 35 °C und sinkt auch nachts nur um bis zu 5 Grad ab. In Deutschland wird die Art inzwischen ausreichend nachgezüchtet, sodass man auf Wildfänge verzichten kann. Dieser Gecko gehört zu den kleinsten Phelsumenarten; auffällig ist seine kontrastreiche Färbung mit leuchtend gelbem Kopf und türkisfarbenem Körper.
Aufgrund seiner friedliebenden, kletterfreudigen und sehr neugierigen Art ist dieser Taggecko unter Terrarianern sehr beliebt und wird auch häufig als Anfängertier empfohlen. Ziel der Haltung von solch geschützten Arten ist nicht die Anfreundung mit dem Tier, sondern die gezielte Nachzucht gegen das Aussterben. Es müssen vorgegebene Mindestanforderungen eingehalten werden, was unter Umständen auch vom Landesamt für Ökologie kontrolliert wird.


Haltung:
Diese Tiere stellen schon einige Ansprüche an ihren Halter. Ihr Wohlbefinden hängt stark von dem Klima ab, weswegen sich dieses vor dem ersten Besatz erst einmal im Terrarium eingestellt haben sollte. Neben einer geeigneten Größe des Terraiums (je größer desto besser, auch wenn die Tiere sehr klein sind) sind folgende Dinge zu beachten: Das Terrarium sollte dauerhaft verschiedene Temperturzonen zwischen 24-30 °C aufweisen, nachts ca. 5 °C niedriger. Unentbehrlich ist ein sogenannter Spot als Sonnenersatz, unter dem es lokal zu Temperaturen zwisch 35 und 40 °C kommen kann.
Die Luftfeuchtigkeit sollte ständig zwischen 60 und 80% liegen, was man durch ein- oder mehrmaliges Sprühen am Tag erreicht. Diese Arbeit kann man sich auch durch teure Beregnungsanlagen und angeschlossene Hygrometer abnehmen lassen. Durch das Vorhandensein von vielen lebenden Pflanzen bleibt die Luftfeuchtigkeit länger erhalten.

Einrichtung des Terrariums:
Das Halbfeuchtterrarium sollte höher als breit sein, da sich Phelsumen selten am Boden aufhalten, sondern sehr gern (und gut!) klettern. Außerdem kann man so besser ein permanentes Temperaturgefälle im Terrarium erreichen. Für den Boden eignet sich zum Beispiel spezielle Erde mit einer 2-3 cm dicken Drainageschicht aus Blähton. Da die Tiere aber kaum am Boden sind, darf man auch anderen Bodengrund wählen.
Ein üppige Bepflanzung sorgt nicht nur für eine höhere Luftfeuchtigkeit, sondern bietet auch viele Kletter- und Versteckmöglichkeiten und erhöht daher das Wohlbefinden der Phelsuma stark. Moos verhindert ein zu schnelles Austrocknen der Erde.
Wie der Name schon sagt, bieten sich für den Blauen Bambus-Taggecko Bambusstäbe zum Klettern an. Phelsumen laufen sehr gern auf glatten Flächen, außerdem gibt der Bambus mit ein paar Löchern versehen ideale Versteck- und Eiablagemöglichkeiten.
Die Möglichkeiten der Rückwandgestaltung sind recht vielfältig. Auf jeden Fall sollte der Hintergrund gut aussehen, Halt für Kletterpflanzen bieten und außerdem noch glatt genug sein, dass die Geckos daran laufen mögen. Häufig verwendet sind so genannte Presskorkplatten, aber nur unbehandelte aus dem Zoogeschäft.
Licht ist ebenfalls ein sehr wichtiges Thema bei der Haltung von Reptilien. Es gibt sehr viele Möglichkeiten ein Terrarium auszuleuchten, über die man sich ausführlich informieren sollte um eine sonnennahe Lichtqualität zu erreichen.


Ernährung:
Neben dem üblichen Lebendfutter wie Drosphila, Ofenfischchen und Minigrillen aus dem Zoogeschäft eignet sich im Sommer auch selbst gefangenes Wiesenplankton aus einer unbelasteten Gegend. Dieses ist wesentlich nahrhafter und abwechslungsreicher als das gekaufte Futter. Grundsätzlich frisst Phelsuma klemmeri alles was er überwältigen kann.
Sehr gern genommen wird auch frisches Obst in Form von zerquetschter Banane oder Babyfrüchtebrei mit Maracujageschmack. Dieses sollte allerdings nicht zu häufg gegeben werden, da die Tiere im Terrarium zu Fettleibigkeit neigen.
Die Ernährung sollte man mit speziellen Vitaminpräparaten abrunden (gibt es beim Tierarzt), die die Versorgung mit Vitamin D3 unterstützen. Dieses Vitamin bilden die Tiere normalerweise mit Hilfe der Sonneneinstrahlung selbst, jedoch gibt es bis heute leider keine Lampe, die das Sonnenlicht so perfekt nachahmen kann. Man kann die Präparate in Form von Pulver auf die Futtertiere streuen oder unter Fruchtbrei mischen.
Außerdem muss man den Tieren ständig Kalzium in Form von zerbröselter Sepiaschale oder Eierschale anbieten. Dieses ist jedoch abzusetzen, wenn die Endolympfsäckchen der Weibchen anschwellen (sie bekommen dann „Beulen“ hinter dem Kopf).
Die Wasseraufnahme erfolgt über Regenwasser oder Tau auf den Pflanzen, muss aber ständig z.B. ein kleiner Teich zur Verfügung stehen.


Fortpflanzung:
Phelsuma klemmeri ist mit ca. 12 Monaten geschlechtreif. Bei einem harmonisierendem Pärchen kommt es ca. alle 4 Wochen zur Eiablage. Dabei werden zwei Eier an einen vom Weibchen sorgfältig ausgewählten Ort gelegt. Bei dieser Art ist die Aufzucht im Haltungsbecken möglich, denn der Blaue Bambus-Taggecko ist auch seinen Jungtieren gegenüber freundlich gesinnt. Die Männchen müssen jedoch nach 6-8 Monaten getrennt werden.


Fazit:
Der Blaue Bambus-Taggecko ist ein liebenswertes Terrarientier, jedoch wegen seiner anspruchsvollen Haltung und seinem Schutzstatus nur für jemanden geeigent,der vorher bereits Erfahrung mit anderen Tieren gesammelt hat. Man muss relativ viel Zeit und Geld investieren, und ein Urlaub ohne eine Aushilfe, die sich auch vor Lebendfutter nicht scheut, wird schnell zunichte. Dies machen die Tiere aber dadurch wett, dass man sie bei ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten eigentlich den ganzen Tag über sieht. Phelsuma klemmeri bewegt sich viel, klettert unheimlich gut und kann zielsicher springen. Bei artgerechter Haltung verliert er seine Scheu vor dem Menschen und es kann einem dann sogar gelingen, ihn mit einer Pinzette zu füttern.

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